Naturfasern unterscheiden sich deutlich in ihren Eigenschaften – und damit auch darin, wofür sie sich im Alltag am besten eignen. Die folgende Übersicht vergleicht acht gängige Naturfasern anhand von fünf praxisrelevanten Kriterien: Atmungsaktivität, Wärmeleistung, Pflegeaufwand, Eignung für Allergiker und Nachhaltigkeit. Ausführliche Hintergrundinformationen zu den einzelnen Fasern finden Sie im Naturfasern-Lexikon von A bis Z.
Vergleichstabelle: Naturfasern im Überblick
| Faser | Atmungsaktivität | Wärmeleistung | Pflegeaufwand | Allergiker-Eignung | Nachhaltigkeit |
| Baumwolle | hoch – luftig, saugfähig | niedrig bis mittel – kühlender Effekt | niedrig – waschmaschinenfest | hoch – hautfreundlich, mild | mittel – wasserintensiver Anbau |
| Wolle | mittel – reguliert Feuchtigkeit | hoch – isoliert stark | hoch – meist Handwäsche nötig | niedrig – kann kratzen | hoch – nachwachsend, abbaubar |
| Leinen | hoch – sehr luftdurchlässig | niedrig – kühlend im Sommer | mittel – knittert leicht | hoch – sehr hautsympathisch | hoch – geringer Wasserbedarf |
| Hanf | hoch – luftig und reißfest | mittel – moderate Isolation | niedrig – strapazierfähig | hoch – antimikrobiell, mild | hoch – anspruchslose Pflanze |
| Seide | mittel – temperaturausgleichend | mittel – leicht wärmend | hoch – empfindlich, meist Handwäsche | mittel – glatt, selten reizend | mittel – aufwendige Herstellung |
| Kaschmir | mittel – feine, luftige Fasern | hoch – sehr isolierend trotz Leichtigkeit | hoch – Handwäsche, Mottenschutz nötig | mittel – fein, selten kratzig | niedrig – hoher Ressourcenaufwand |
| Alpaka | mittel – feuchtigkeitsregulierend | hoch – sehr warm bei geringem Gewicht | mittel – etwas pflegeleichter als Wolle | hoch – kaum Lanolin, mild | hoch – ressourcenschonende Haltung |
| Jute | mittel – grob und luftig | niedrig – kaum isolierend | niedrig – robust, formstabil | hoch – naturbelassen, kaum Reizstoffe | hoch – schnellwachsend, abbaubar |
Einsatzgebiete der einzelnen Fasern
Baumwolle
Baumwolle zählt zu den vielseitigsten Naturfasern und findet sich in T-Shirts, Bettwäsche, Handtüchern und Jeansstoffen. Ihre hohe Saugfähigkeit macht sie besonders angenehm für Kleidungsstücke, die direkt auf der Haut getragen werden. Auch für Kinderbekleidung wird Baumwolle häufig bevorzugt, da sie gut hautverträglich ist. In Mischgeweben verbessert sie zudem die Trageeigenschaften anderer Fasern.
Wolle
Wolle ist die klassische Wahl für wärmende Kleidung wie Pullover, Mäntel und Socken sowie für Teppiche und Decken. Ihre wärmeisolierenden Eigenschaften machen sie besonders für den Herbst- und Wintereinsatz interessant. Da Wolle Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne sich klamm anzufühlen, eignet sie sich auch für Sport- und Outdoorbekleidung. Empfindliche Hauttypen sollten feinere Qualitäten oder Mischungen bevorzugen.
Leinen
Leinen ist der Klassiker für leichte Sommerkleidung, Bettwäsche und Tischwäsche. Der kühlende Effekt und die hohe Luftdurchlässigkeit machen es besonders angenehm an warmen Tagen. Der typische leinentypische Knitter gilt für viele als gestalterisches Merkmal statt als Nachteil. Auch im Wohnbereich, etwa für Vorhänge oder Kissenbezüge, wird Leinen gerne eingesetzt.
Hanf
Hanf wird wegen seiner Reißfestigkeit häufig für strapazierfähige Textilien wie Taschen, Arbeitskleidung und robuste Alltagsstoffe verwendet. Zunehmend findet die Faser auch Einzug in Mode- und Heimtextilien, da sie sich gut mit Baumwolle oder Leinen mischen lässt. Ihre antimikrobiellen Eigenschaften machen Hanftextilien zusätzlich langlebig und geruchsresistent. Auch im Bereich nachhaltiger Mode gewinnt Hanf zunehmend an Bedeutung.
Seide
Seide wird traditionell für hochwertige Kleidung, Krawatten, Schals und Bettwäsche verwendet. Ihr charakteristischer Glanz und die glatte Oberfläche machen sie zu einer beliebten Wahl für elegante Anlässe. Da Seide Temperatur und Feuchtigkeit ausgleicht, wird sie auch für Unterwäsche und Schlafbekleidung geschätzt. Aufgrund ihrer Empfindlichkeit erfordert sie jedoch besondere Pflege.
Kaschmir
Kaschmir gilt als eine der feinsten und wärmsten Naturfasern und wird vor allem für hochwertige Pullover, Schals und Decken verwendet. Sein geringes Gewicht bei gleichzeitig hoher Isolationsleistung macht es zu einer beliebten Wahl für leichte Winterkleidung. Aufgrund des begrenzten Rohstoffangebots zählt Kaschmir zu den teureren Naturfasern. Eine sorgfältige Pflege verlängert die Lebensdauer der feinen Fasern erheblich.
Alpaka
Alpakawolle wird für Pullover, Decken und Accessoires verwendet und punktet mit hoher Wärmeleistung bei geringem Gewicht. Da sie kaum Lanolin enthält, wird sie häufig auch von Menschen mit empfindlicher Haut gut vertragen. Alpakafasern gelten zudem als besonders langlebig und formstabil. In den letzten Jahren hat sich Alpaka als nachhaltige Alternative zu klassischer Schafwolle etabliert.
Jute
Jute wird vor allem für Säcke, Verpackungsmaterial, Teppiche und dekorative Heimtextilien eingesetzt. Ihre Robustheit und Formstabilität machen sie ideal für Anwendungen, bei denen Belastbarkeit im Vordergrund steht. Zunehmend wird Jute auch in nachhaltiger Verpackung als Alternative zu Kunststoff genutzt. Für direkten Hautkontakt ist sie aufgrund ihrer groben Struktur weniger geeignet.
Wie Sie diese Fasern richtig pflegen, erfahren Sie in unserem Pflege-Ratgeber – dort finden Sie konkrete Hinweise zu Waschtemperaturen, Trocknung und Lagerung für jede der hier vorgestellten Naturfasern.
